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24.06.20 07:55 Alter: 12 days
Kategorie: markttipps, raicom-Markttipps

EU-Rindfleischimporte um mehr als ein Fünftel gesunken


Der Corona-Lockdown und geringere Bezugsmengen aus dem Vereinigten Königreich haben die Rindfleischeinfuhren der Europäischen Union im ersten Jahresdrittel deutlich sinken lassen. Wie aus Daten der Brüsseler Kommission hervorgeht, gelangten von Januar bis April 2020 insgesamt 123 320 t Rindfleisch einschließlich Nebenerzeugnissen auf den EU-Binnenmarkt; das waren 35 150 t oder 22,2 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Nicht so deutlich ging es mit den Importausgaben nach unten, die mit 659 Mio Euro um 14,8 % unter dem Vorjahresniveau lagen.

 

Rund die Hälfte des EU-Einfuhrrückgangs bei Rindfleisch war auf geringere Lieferungen aus dem neuen Drittstaat Großbritannien zurückzuführen. Die über den Ärmelkanal in die 27 Mitgliedstaaten verkaufte Menge fiel mit 38 300 t um 18 120 t oder fast ein Drittel geringer als in der Vorjahresperiode aus. Aber auch nahezu alle anderen wichtigen Anbieter verzeichneten Absatzeinbußen auf dem Binnenmarkt. So nahm die aus Brasilien und Argentinien bezogene Menge an Rindfleisch im Vorjahresvergleich jeweils um gut ein Zehntel ab; die Lieferungen aus Uruguay brachen um mehr als 23 % ein. Zudem mussten die USA und Australien Absatzeinbußen von 18 % beziehungsweise 22 % hinnehmen. Lediglich die nicht ganz so bedeutenden Importe aus Neuseeland blieben mit 2 270 t stabil.

 

Bei den EU-Rindfleischexporten einschließlich der Lebendausfuhren war gegenüber dem ersten Jahresdrittel 2019 ein Minus von 8,2 % auf 348 660 t zu verzeichnen; die daraus resultierenden Ausfuhreinnahmen verringerten sich um 7,4 % auf 1,16 Mrd Euro. Maßgeblich dafür waren die Einbußen im Geschäft mit Großbritannien, das mengenmäßig um 35 830 t oder 23,0 % rückläufig war. Zweitwichtigster Abnehmer für Rindfleisch beziehungsweise Schlachtnebenerzeugnisse war Hongkong mit nahezu unverändert 17 520 t. Eine deutliche Zunahme von 28,6 % auf 15 970 t war bei der Rindfleischausfuhr nach Ghana festzustellen. Die um 13,4 % geringeren Exporte nach Algerien sowie das Lieferminus von 29,1 % bei Israel ergeben sich aus der gesunkenen Lebendausfuhr von Rindern. Die EU-Rindfleischverkäufe nach China haben sich dagegen auf 10 360 t mehr als verdoppelt. AgE


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