< EU-Rindfleischimporte um mehr als ein Fünftel gesunken
24.06.20 07:58 Alter: 12 days
Kategorie: markttipps, raicom-Markttipps

Leicht unterdurchschnittliche Getreideernte erwartet


Die österreichische Getreideernte wird in diesem Jahr nach Einschätzung der Landwirtschaftskammer voraussichtlich um 6,2 % kleiner ausfallen als 2019, als 5,42 Mio t eingefahren worden sind. Das Mittel der vergangenen fünf Jahre würde nur leicht verfehlt, und zwar um 0,7 %. Maßgeblich für diese Schätzung sind vor allem niedrigere Ertragserwartungen. Wie der Obmann des Ausschusses für Pflanzenproduktion der Landwirtschaftskammer, Nikolaus Berlakovich, gestern in Wien berichtete, kam im Osten des Landes der Regen zu spät, während im Westen und Süden mit guten Erträgen gerechnet wird. Gegenüber dem langjährigen Mittel bewege sich die Spanne von minus 18,7 % im Burgenland bis zu plus 8,5 % in Oberösterreich

 

Für Weichweizen als bedeutendste Getreideart wird laut Berlakovich mit einem mittleren Ertrag von 53,5 dt/ha gerechnet, womit dieser um 8,5 % unter dem Vorjahresergebnis und 2 % unter dem mehrjährigen Durchschnitt liegen würde. Besser sieht es für den Roggen und Triticale aus, da sie den späten Regen besser nutzen konnten. Hier sagt die Kammer einen Mehrertrag gegenüber dem Fünfjahresmittel um 4,4 % sowie 5,4 % voraus. Am schwersten traf es die Sommergerste. Österreichweit dürfte bei dieser Kultur der Ertrag um rund 21 % unter dem Mehrjahresschnitt liegen.

 

Zur Anbauentwicklung stellte die Landwirtschaftskammer fest, dass Zuckerrübe, Triticale, Körnererbse und Körnermais jeweils mehr als 5 % an Fläche eingebüßt hätten. Mit 26 355 ha habe die Zuckerrübe gegenüber dem Vorjahr 5,5 % verloren. Bereits 2018 und 2019 hätten große Teile der Zuckerrübenflächen aufgrund von Schädlingsfraß umgebrochen werden müssen. Auch in diesem Jahr seien es fast 8 000 ha, die bereits angebaut worden seien, jedoch danach durch andere Kulturen hätten ersetzt werden müssen.

 

Annähernd gleich gegenüber 2019 blieben der Kammer zufolge die mit Weichweizen und Dinkel bestellten Flächen. Der Anbau von Wintergerste wurde um 1,4 % ausgeweitet, während der von Winterroggen um 2,5 % und der von Sojabohnen um 1,1 % eingeschränkt wurden. Der große Gewinner war der Ölkürbis, dessen Anbau im Vergleich zu 2019 um 41,1 % auf fast 35 600 ha zulegte.

 

Berlakovich stellte fest, dass das Erntejahr 2020 eine gewaltige Herausforderung darstelle. Zum Start des Lockdown aufgrund der Covid-19-Pandemie hätten gerade die Frühjahrsarbeiten auf den bäuerlichen Betrieben begonnen. Arbeitskräfte und Betriebsmittel wie Saatgut, Dünger, Pflanzenschutz, bestellte Maschinen oder Ersatzteile hätten mit teils besonderen Anstrengungen rechtzeitig organisiert werden müssen. Die Krise habe auch deutlich gemacht, welch wichtige Rolle die landwirtschaftlichen Familienbetriebe für die Versorgungssicherheit spielten, betonte der frühere Landwirtschaftsminister. AgE


Logo