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22.02.21 12:34 Alter: 6 days
Kategorie: markttipps, raicom-Markttipps

DBV und BVE fordern Komplettverbot der "grauen Liste"


Ein konsequentes Vorgehen gegen unlautere Handelspraktiken im Agrarbereich fordern der Deutsche Bauernverband (DBV) und die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE). In ihren Stellungnahmen für die heutige öffentliche Anhörung des Bundestagsernährungsausschusses zur Erweiterung des Agrarmarktstrukturgesetzes und dessen Überführung in ein "Gesetz zur Stärkung der Organisationen und Lieferketten im Agrarbereich" plädieren beide Verbände dafür, die Praktiken der sogenannten "grauen Liste", die nach ausdrücklicher Vereinbarung zwischen den Marktpartnern zulässig sein sollen, generell zu verbieten. Sie begründen das mit der Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels gegenüber seinen Lieferanten.

 

Die Praktiken der grauen Liste seien in der Regel nicht das Ergebnis von Verhandlungen auf Augenhöhe, "sondern beinhalten häufig eine einseitige Verschiebung des Risikos und der Kosten auf den schwächeren Lieferanten", erklärte DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken im Vorfeld der Anhörung. Seiner Auffassung nach bedarf die Regelung zur Umkehr der Beweislast einer intensiven Prüfung. "Während es dem schwächeren Lieferanten schwerfallen wird, unter Wahrung seiner Anonymität den Beweis für unlautere Praktiken zu führen, ist der marktstärkere Käufer bei begründetem Verdacht eher in der Lage gegenüber der zuständigen Behörde sein redliches Verhalten nachzuweisen", so Krüsken.

 

Problematisch sei es aus Sicht der Landwirtschaft zudem, dass die geplanten Regelungen im Gesetzentwurf nur für Unternehmen bis zu einer Umsatzgröße von 350 Mio Euro gelten sollten. Laut Krüsken liegen viele von Landwirten getragene Vermarktungs- und Verarbeitungsbetriebe oberhalb dieser Schwelle und sind mit unfairen Handelspraktiken konfrontiert. Der in den letzten Monaten nochmals gestiegene Preis- und Kostendruck in der Lebensmittellieferkette und der geringe Anteil der Landwirte an der Wertschöpfung verdeutlichten gerade auch in diesem Punkt die Notwendigkeit, den Schutzbereich zu erweitern. AgE