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22.02.21 06:30 Alter: 6 days
Kategorie: markttipps, raicom-Markttipps

Frontmonat an der Matif markiert Siebenjahreshoch


Beim Terminraps hat sich die Preishausse zuletzt fortgesetzt: An der europäischen Leitbörse Matif mussten für den Rapskontrakt zur Andienung im Mai heute gegen 14 Uhr 462 Euro/t bezahlt werden. So viel kostete die schwarze Ölfrucht in Paris zuletzt vor mehr als sieben Jahren. Für neue Ernte zur Abrechnung im August 2021 waren am frühen Nachmittag noch mehr als 420 Euro/t fällig. Daraus leiten sich für deutsche Rapserzeuger je nach Standort um die 410 Euro/t netto ab Hof ab. Auf diesem Preisniveau raten Marktanalysten dazu, erste Vorkontrakte abzuschließen.

 

Maßgeblich für die jüngste Rapspreisrallye ist ein ganzes Bündel an Faktoren: Einerseits sind die europäischen Rapsmühlen für die nächsten Monate nur knapp mit Rohstoff versorgt. Viele Rapserzeuger haben den jüngsten Preisanstieg genutzt und ihre Silos bereits geräumt. Auch in Kanada ist Canola ein halbes Jahr vor dem nächsten Drusch bereits Mangelware, was im weiteren Saisonverlauf auf nur begrenzte Exportmengen aus Übersee schließen lässt. An der Terminbörse von Winnipeg war der dort gelistete Raps zum heutigen Handelsauftakt mit umgerechnet 489 Euro/t so teuer wie zuletzt im März 2008. Kursstützend auf den Matif-Raps wirkt auch die stabile Preistendenz bei den US-Sojabohnen. Der Frontmonat wurde im Chicagoer Nachthandel auf Freitag mit umgerechnet 418 Euro/t bewertet.

 

Hinzu kommt, dass Pflanzenöle derzeit ebenfalls weltweit knapp und damit teuer sind, und auch Rohöl hat diese Woche mit umgerechnet 52 Euro pro 159-l-Fass für die Nordseesorte Brent ein neues Jahreshoch markiert. Aus Sicht von Marktanalysten spricht damit zumindest kurzfristig einiges für eine Fortsetzung der Rapspreisrallye. Börsenspekulanten dürften dabei durchaus die 500-Euro-Marke im Blick haben, die an der Matif zuletzt vor zehn Jahren übersprungen worden war. AgE