Aktuelles

Das WIR ist unsere Stärke! erstellt am: 13.11.18

News

Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) hat in der Slowakei "Unregelmäßigkeiten bei den Direktzahlungen und systembedingte Schwachstellen bei den nationalen Überprüfungsverfahren" aufgedeckt. Wie die EU-Behörde gestern Abend in Brüssel mitteilte, ist dies das Ergebnis von drei im Jahr 2020 abgeschlossenen Verwaltungsuntersuchungen zum möglichen Missbrauch von EU-Agrarbeihilfen in dem Mitgliedsland. Konkret sei die Rechtmäßigkeit von Direktzahlungsanträgen, die zwischen 2013 und 2019 von mehreren Unternehmen gestellt worden seien, analysiert worden.

Eine der Überprüfungen, die im Juni 2020 abgeschlossen worden seien, hat sich nach Angaben der EU-Betrugsbekämpfer auf Anträge eines Unternehmens konzentriert, das verdächtigt wurde, absichtlich EU-Agrarbeihilfen für nicht förderfähiges Land geltend gemacht zu haben. Im Ergebnis seien zahlreiche Fehler aufgedeckt worden, so OLAF. So sei beispielsweise die Hauptnutzung der betreffenden Ländereien nicht die landwirtschaftliche Tätigkeit gewesen. Ferner seien Verstöße gegen die Verpflichtung, das Dauergrünland in einem guten landwirtschaftlichen Zustand zu halten, und andere Unregelmäßigkeiten ermittelt worden.

In einer weiteren Untersuchung, die laut OLAF im März 2020 abgeschlossen wurden, wurde ermittelt, dass bei verschiedenen Beihilfeanträge zu bestimmten Grundstücken Überschneidungen der Flächen gegeben waren. Hier seien die Prüfer allerdings zu dem Ergebnis gelangt, dass keine unregelmäßigen Zahlungen vorgenommen worden seien. Die zuständige Zahlstelle habe die Grundstücke, deren Anspruch von den nationalen Kontrolleuren nicht habe zweifelsfrei festgestellt werden können, als nicht förderfähig eingestuft. In der Folge habe keiner der betroffenen Landwirte Zahlungen für das Grundstück erhalten.

Die dritte Untersuchung wurde der EU-Behörde zufolge im vergangenen Monat abgeschlossen. Diese habe ergeben, dass bestimmte Flächen, die seit Jahren von einigen Unternehmen beihilferechtlich beansprucht worden seien, tatsächlich durch "nicht rechtsgültige Pachtverträge" abgedeckt gewesen seien.

Neben den konkreten Fällen hätten die Untersuchungen mehrere Schwachstellen im Kontroll- und Managementsystem für Direktzahlungen in der Slowakei aufgedeckt, berichtete OLAF. So gebe es in dem Land eine nur "sehr begrenzte" Kontrolle darüber, ob die Veräußerung von Grundstücken durch einen Antragsteller rechtmäßig sei. Kritisiert wird von den Betrugsbekämpfern auch, dass der Anspruch der Landwirte auf Direktbeihilfen, der durch einen Pachtvertrag oder ein Besitzdokument nachzuweisen sei, ausschließlich bei sich überschneidenden Ansprüchen überprüft werde. AgE

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Der Verband der Landwirtschaftskammern (VLK) bescheinigt den landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetrieben "düstere Aussichten" im laufenden Wirtschaftsjahr 2020/21. Wie der VLK heute in Berlin ausführte, ist im Durchschnitt aller Betriebe und Regionen mit erheblichen Eigenkapitalverlusten und rückläufigen Gewinnen zu rechnen. Die stärksten Gewinneinbußen von bis zu 47 % werden für die Schweinehochburgen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen erwartet. Der Schweinepreis habe sich zum Jahreswechsel 2020/21 auf dem niedrigsten Niveau seit fast 15 Jahren bewegt.
Die Rentabilität der Veredlungsbetriebe wird nach Einschätzung der Fachleute nach dem Rekordjahr 2019/20 in einen existenzbedrohenden Bereich abrutschen. Für Niedersachsen wird hier mit einem Einbruch der Betriebsergebnisse auf durchschnittlich nur 14 000 Euro gerechnet und für Nordrhein-Westfalen mit einem Rückgang auf 17 000 Euro.

Die Gewinne der Futterbaubetriebe sind laut VLK bereits seit drei Jahren rückläufig. Hier würden wohl Gewinne zwischen 44 000 Euro in Niedersachsen und 59 000 Euro im Saarland erreicht. Unterdessen befinden sich die Getreidepreise den Kammern zufolge zurzeit zwar auf einem Mehrjahreshoch, wovon die Ackerbauern im laufenden Wirtschaftsjahr aber nicht mehr profitieren könnten.

Die Regionen mit einer Landwirtschaftskammer zeigen dem VLK zufolge bei den Ackerbauern unterschiedliche Entwicklungen. Beispielsweise dürften die Unternehmensergebnisse in niedersächsischen Betrieben um 16 % auf durchschnittlich 62 000 Euro sinken und in Nordrhein-Westfalen um 19 % auf 53 000 Euro. Auch für Rheinland-Pfalz wird ein Rückgang erwartet, und zwar von 11 %. Anders sehe die Situation im Saarland und in Schleswig-Holstein aus, wo mit Zuwächsen von 14 % beziehungsweise 19 % gerechnet wird. Bedingt durch landesspezifische Betriebsstrukturen und ausgehend von einem schlechten Vorjahr könnten die dortigen Landwirte zum Niveau der anderen Bundesländer aufschließen, so die Kammern. AgE

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Ihre Forderung nach Offenheit gegenüber den neuen Züchtungsmethoden hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner bekräftigt. Verantwortungsvolles Handeln erfordere einen vorbehaltlosen Umgang mit der neuen Technologie, sagte Klöckner heute zum Abschluss der erstmals digital durchgeführten 13. Berliner Agrarministerkonferenz im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA). Die Ministerin räumte ein, dass die Genschere CRISPR/Cas kein Allheilmittel sei. Die Potentiale dieser Technologie für die Züchtung von widerstandsfähigen und ressourcenschonenden Pflanzen rechtfertigten jedoch nicht, ihren praktischen Einsatz von vornherein auszuschließen. Angesichts der Aufgabe, weltweit den Klimawandel zu bekämpfen sowie gleichzeitig Erträge und Ernten zu sichern, seien neue Pflanzenzüchtungen ebenso wie intelligente Bewässerungssysteme wichtige Instrumente.
In der Abschlusserklärung betonen die fast 80 teilnehmenden Ministerinnen und Minister an der Konferenz mit dem Thema "Pandemien und Klimawandel: Wie ernähren wir die Welt?" den Stellenwert von nachhaltigen Innovationen in der Landwirtschaft. Notwendig sei dabei insbesondere, dass neue Technologien an die Bedürfnisse von Kleinbauern angepasst seien.

In der Erklärung verpflichten sich die Ministerinnen und Minister zu einer gemeinsamen Pandemiebekämpfung. Gleichzeitig müssten die Anstrengungen zum Klimaschutz intensiviert werden. "Wir müssen beides tun", betonte Klöckner. Sie verwies auf Schätzungen, denen zufolge die Zahl der Hungernden in Folge der Corona-Pandemie weltweit um 130 Millionen Menschen gestiegen sei. Eine Lehre aus der bisherigen Entwicklung sei, dass Lieferketten funktionieren müssten, damit Nahrung verfügbar sei und damit Lebensmittel bezahlbar blieben. Die Minister seien sich einig, dass ohne offene Märkte und funktionierende Versorgungsketten die Ernährung der Menschen nicht gesichert werden könne.

Klöckner wies darauf hin, dass neue Infektionserreger oftmals tierischen Ursprungs seien. "Die Gesundheit von Tieren ist deshalb eine gute Krankenversicherung für die Menschen", so die Ministerin. Der One-Health-Ansatz müsse daher gestärkt werden. Mit dem neuen Institut für Internationale Tiergesundheit/One Health am Friedrich-Löffler-Institut (FLI) werde in Deutschland hierzu wichtige Arbeit geleistet. AgE

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Markttipps

Erzeugerpreise 2020 leicht gestiegen erstellt am: 25.01.21
Die Erzeugerpreise für Biomilch sind nach moderaten Rückgängen 2018 und 2019 im vergangen Jahr wieder etwas gestiegen. Wie der Verband Bioland auf Grundlage einer Erhebung bei bundesweit 40 Ökomolkereien mitteilte, lag nach vorläufigen Daten der durchschnittliche Auszahlungspreis für ein Kilogramm Ökomilch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß ab Hof einschließlich einer geschätzten Nachzahlung im Jahresmittel bei 48,3 Cent/kg; das waren 0,7 Cent oder 1,5 % mehr als 2019. Der bisherige Höchstpreis wurde 2017 mit 49,1 Cent/kg erreicht.
Laut Bioland haben die gute Absatzentwicklung von Biomilchprodukten und eine weniger stark zunehmende Erzeugung das Preisplus begünstigt. Nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) nahm die Anlieferung von ökologisch erzeugter Kuhmilch an die Molkereien in Deutschland von Januar bis November 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,2 % auf 1,13 Mio t zu. Die gesamte Jahresmenge dürfte laut Bioland bei rund 1,2 Mio t liegen und es damit auf einen Anteil von 3,9 % an der Gesamtanlieferung gebracht haben. Im Jahr 2019 war die erfasste Menge an Biomilch noch um 6 % und 2018 sogar um 19 % gestiegen. Auch in den Nachbarländern seien die Zuwächse bei der angedienten Biomilch teils deutlich kleiner als in den Vorjahren ausgefallen, berichtete Bioland.

Dem Verband zufolge hat der Absatz von Biomilcherzeugnissen im vergangenen Jahr zum Teil im zweistelligen Prozentbereich zugenommen. Die Nachfrage sei gut gewesen, vor allem bei Produkten wie H-Milch, Quark oder verschiedenen Käsesorten, die in vielen Läden des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) neu gelistet worden seien. Der Rohstoff Biomilch sei deshalb eher knapp, zumal die Biomolkereien nur behutsam Anlieferungszusagen für neue Betriebe geben würden, um Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht zu halten. Das nun wieder erhöhte Niveau der Ökomilchpreise sollte laut Bioland 2021 Bestand haben.

Den moderat gestiegenen Biomilchpreisen standen im konventionellen Bereich geringere Auszahlungsleistungen der Molkereien gegenüber. Laut Schätzung von Bioland dürften 2020 für konventionelle Milch im Jahresmittel 32,9 Cent/kg gezahlt worden sein, womit das Vorjahresniveau um 0,8 Cent oder gut 2 % verfehlt worden wäre. Der Preisabstand zwischen Milch aus ökologischer und konventioneller Erzeugung hätte sich nach diesen vorläufigen Daten vergrößert und zwar auf 15,4 Cent/kg. Ein Jahr zuvor waren es 13,9 Cent/kg gewesen. AgE

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Die Einfuhr Chinas an Agrar- und Ernährungsgütern hat im vergangenen Jahr erneut zugenommen und ein neues Rekordniveau bei den Importausgaben zur Folge gehabt. Laut vorläufigen Daten der Zollstatistik wurden 2020 Agrargüter im Wert von 170,8 Mrd $ oder umgerechnet 140,5 Mrd Euro eingeführt; das waren 17,2 Mrd Euro oder 14,0 % mehr als 2019. Ganz oben auf der Einkaufsliste der Importeure standen Schweinefleisch, Getreide und Sojabohnen. Der internationale Bezug der vorwiegend für die Futtermittelindustrie benötigten Sojabohnen nahm gegenüber 2019 um 13,3 % auf 100,3 Mio t zu, wofür 32,5 Mrd Euro zu zahlen waren. Grund dafür waren wachsende Tierbestände, vor allem bei Schweinen, sowie Verpflichtungen aus dem Phase-1-Handelsvertrag mit den Vereinigten Staaten.
Deutlich ausgeweitet wurde wegen knapper Marktversorgung und hohen Inlandspreisen auch der internationale Bezug von Mais, der sich auf die Rekordmenge von 11,3 Mio t mehr als verdoppelte. Zudem nahm die Einfuhr von Weizen um 140 % auf 8,38 Mio t zu; an Sorghum wurde mit 4,81 Mio t sogar fast die vierfache Menge wie im Vorjahr geordert. Auch mehr Zucker wurde 2020 von China am Weltmarkt gekauft; der Import stieg um 55 % auf 5,27 Mio t.

Bei den Lebensmitteln tierischen Ursprungs haben vor allem die Bezugsmengen und Ausgaben im Bereich Fleisch spürbar zugenommen. Laut Daten der Zollbehörde importierte China im vergangenen Jahr die Rekordmenge von 9,91 Mio t Fleisch einschließlich Nebenerzeugnissen; das waren 3,73 Mio t oder gut 60 % mehr als 2019. Die Ausgaben dafür lagen mit 25,3 Mrd Euro ebenfalls um 60 % über dem Vorjahresniveau. Wenig überraschend haben dabei die Schweinefleischimporte am stärksten zugenommen. Sie schossen - ohne Berücksichtigung der Nebenerzeugnisse - um 108 % auf 4,39 Mio t nach oben; die Einfuhrrechnung dafür lag mit 9,90 Mrd Euro um 157 % über dem Vorjahreswert.

Die am Weltmarkt gekaufte Menge an Rindfleisch nahm um 28 % auf 2,12 Mio t zu; die dazugehörigen Importausgaben stiegen um 24 % auf 8,37 Mrd Euro. Im Vergleich dazu fiel das Wachstum bei den Einfuhren von Milchprodukten weniger stark aus. Die Bestellmenge belief sich auf 3,37 Mio t; das waren rund 10 % mehr als im Vorjahr. Dafür zahlten die chinesischen Importeure 10,3 Mrd Euro. Den Zolldaten zufolge blieb dabei jedoch die Bezugsmenge des wichtigsten Einfuhrproduktes Vollmilchpulver mit 1,31 Mio t um 3 % unter dem Vorjahresniveau. AgE

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Ohne eine Änderung des europäischen Gentechnikrechts drohen im globalen Agrarhandel schwere Verwerfungen, da nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) von Juli 2018 Rohstoffe aus Genome-Editing-Pflanzen als "genetisch verändert (gv)" einzustufen sind. Bei einer digitalen Podiumsdiskussion im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture 2021 (GFFA) wies Prof. Matin Quaim von der Universität Göttingen auf die Bedeutung des internationalen Handels beim Ausgleich regionaler Versorgungsengpässe hin, die sich im Zuge des Klimawandels häufen könnten. "Dieser Ausgleich wird nur mit einem liberalen und gut funktionierenden Handel gelingen", betonte Qaim. Eine Gunstregion wie Nordeuropa habe aufgrund der nur geringen Ertragsschwankungen eine besondere Verantwortung bei der globalen Ernährungssicherung, der es aufgrund der bisher sehr restriktiven Gesetzgebung bei den neuen Züchtungstechnologien nicht gerecht werde.
Nur in der Europäischen Union und in Neuseeland werde Genome Editing als Gentechnik eingestuft, berichtete der Göttinger Agrarökonom. Kleinere Nationen, die ihren Handel mit Europa nicht gefährden wollten, müssten aufgrund der aktuellen EU-Gesetzeslage ganz auf den Einsatz von Sorten verzichten, die mit Hilfe der Genschere CRISPR/Cas gezüchtet worden seien. Gerade ärmere Länder, bei denen die Handelsbeziehungen mit der EU eine wichtige Rolle spielten, würden deshalb absehbar für einen Verzicht auf Sorten aus Genome Editing votieren.

Damit hat die restriktive Haltung Europas laut Quaim nicht nur Auswirkungen auf den internationalen Agrarhandel, sondern auch auf die weltweite Nutzung dieser innovativen Technologie. Gerade in Afrika würden mögliche Nutzenwirkungen zur Anpassung an den Klimawandel und die Verbesserung der Ernährungslage die Menschen nicht erreichen. Die Debatte über die Rolle von Genome Editing für die Landwirtschaft sei damit nicht allein eine europäische, sondern eine globale.

Jörg Migende von der BayWa AG verwies indes auf den enormen Aufwand global agierender Handelshäuser als Folge der restriktiven Gesetzeslage in der EU. In letzter Konsequenz dürfte in europäische Futtertröge künftig nur noch Sojaschrot aus Ländern wandern, wo eindeutig die gleichen Kennzeichnungspflichten für die neuen Züchtungstechnologien gelten würden wie in der EU, so Migende, der bei der BayWa das Digital Farming verantwortet.

Europa sei aus klimatischen Gründen und aufgrund erwartbarer Substitutionseffekte aber gar nicht in der Lage, die bisher aus Südamerika importierten Eiweißmengen selbst zu produzieren, gab Migende zu bedenken. Das EU-Gentechnikrecht erschwere die Versorgung der Bevölkerung mit Eiern, Fleisch und Milch aus europäischer Produktion. "Da stecken wir in einem Dilemma, und wenn wir bei der bisherigen Gentechnikregelung bleiben, wird sich Europa von den internationalen Märkten abkoppeln müssen", sagte Migende voraus. AgE

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