Aktuelles

Das WIR ist unsere Stärke! erstellt am: 13.11.18

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In den Bundesländern haben die Beschlüsse des EU-Agrarrates zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ein unterschiedliches Echo ausgelöst. Während sowohl die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast als auch ihr Schweriner Amtskollege Dr. Till Backhaus erleichtert auf die Einigung reagierten, zeigte sich Schleswig-Holsteins Ressortchef Jan Philipp Albrecht enttäuscht.

"Europas Landwirtschaft soll grüner und gerechter werden, weil es um gesellschaftliche Themen wie Umweltschutz, Klimaschutz und gesunde Ernährung geht", kommentierte Otte-Kinast den Luxemburger Kompromiss. Die letzten Hürden müssten jetzt zügig in den Trilog-Verhandlungen zwischen Rat, Kommission und EU-Parlament genommen werden. "Wir haben dann die historische Chance, durch einen nationalen Strategieplan die Leitplanken der GAP für die nächsten Jahre in Deutschland selbst festzulegen", so die CDU-Politikerin. Dabei gehe es darum, Wirtschaftlichkeit und Ökologie zu vereinen.

"Der Kompromiss ist wichtig, damit unsere Landwirte endlich Rechts- und Planungssicherheit bekommen", erklärte Backhaus, der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hohen persönlichen Einsatz bescheinigte, sich deren Einordnung der Beschlüsse als "Systemwechsel" jedoch ausdrücklich nicht zu eigen machte. Es bleibe dabei, dass auch bei dieser GAP-Reform jeder Mitgliedstaat vorrangig seine jeweiligen Budgetanteile sichern wolle und die stärkere Umweltorientierung als Feigenblatt dafür diene, so der SPD-Politiker. Der EU sei es abermals nicht gelungen, die notwendigen Leistungen für Klimaschutz, Gewässerschutz, Tierwohl und Biodiversität zu definieren und bei den Landwirten "einzukaufen".

Die Festschreibung von 20 % der Mittel in der Ersten Säule für die Eco-Schemes begrüßte Backhaus als Schritt in die richtige Richtung. Positiv sei auch, dass es keine generelle Ausnahme der Konditionalität für kleinen Betriebe geben solle. Allerdings bedeute die gewählte Schwelle von 10 ha, dass sehr viele Klein- und Nebenerwerbslandwirte sich - wie schon beim Greening - nicht an Umweltleistungen beteiligen müssten.

Für Albrecht sind die Entscheidungen des Agrarministerrates und Europaparlaments hingegen "ein heftiger Schlag für all jene Landwirtinnen und Landwirte, die nicht länger im Wettbewerb benachteiligt werden wollen, weil sie hohe Umweltstandards befolgen". Der Grünen-Politiker sprach von einem "Reförmchen", mit dem weder den Landwirten noch der Umwelt geholfen sei. Einmal mehr werde die Chance verpasst, auf europäischer Ebene die Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft zu schaffen, die Ökonomie und Ökologie perspektivisch zusammenführe. AgE

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Der Bundesausschuss Obst und Gemüse (BOG) und der Industrieverband Agrar (IVA) befürchten mit Blick auf die bundesweite Versorgung mit Obst und Gemüse eine steigende Abhängigkeit von Importen, weil der Mangel an Pflanzenschutzmitteln den heimischen Anbau erschwert. Wie die beiden Verbände heute bei einem gemeinsamen Online-Pressegespräch betonten, sind jetzt schon im Obst- und Gemüseanbau gegen zahlreiche Pflanzenschädlinge hierzulande keine wirksamen Pflanzenschutzmittel mehr zugelassen. Oft könnten die Anbauer nur auf kurzfristige Notfallzulassungen hoffen.

Laut IVA-Geschäftsführer Frank Gemmer liegt der Versorgungsgrad bei Obst und Gemüse weit unter dem inländischen Bedarf. Das gelte nicht nur für buchstäbliche "Südfrüchte", sondern zum Beispiel auch für Äpfel, Möhren und Kohl. Durch eine künftig noch schlechtere Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln zur Kontrolle von Schädlingen, Pilzen und Unkräutern könnte der heimische Anbau durch die Ausbreitung resistenter Schädlinge und Pilzerreger und die damit einhergehenden Ernterisiken weiter zurückgedrängt werden, warnte Gemmer. Die "phytosanitäre Achillesferse" bei den Sonderkulturen sei in vielen Fällen die schlechte Verfügbarkeit von Insektiziden gegen Schädlinge, die ganze Ernten bedrohten.

Der BOG-Vorsitzende Jens Stechmann warnte, dass die Produktion ins Ausland abwandern könnte. "Der massive Verlust an Wirkstoffen fördert nicht nur die Entstehung von Resistenzen, er bedroht die Existenzen der landwirtschaftlichen Unternehmer und somit die Existenz der deutschen Kulturlandschaften", so Stechmann. Wegen des Fehlens von Insektiziden seien Fruchtfliegen, Wanzen und Bodenschädlinge im Obstbau kaum noch zu kontrollieren.

Der stellvertretende BOG-Vorsitzende Christian Ufen stellte klar, dass kurzfristige Notfallzulassungen auf Dauer keine Lösung für die Obst- und Gemüsebauern seien. Im Gemüsebau seien weitere Bekämpfungslücken durch den Mangel an Insektiziden zu befürchten, vor allem gegen Spinnmilben. Zudem fehle es in gesäten Kräuter - und Gemüsekulturen an verträglichen und wirksamen Herbiziden. "Wir benötigen Planungssicherheit und sind auf die ausreichende Verfügbarkeit von Wirkstoffen angewiesen", betonte Ufen. AgE

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In den Niederlanden dürften in den kommenden zehn Jahren tausende Milcherzeuger aufgeben. Wie aus einer aktuellen Studie hervorgeht, die die Universität Wageningen (WER) im Auftrag des Molkereikonzerns FrieslandCampina angefertigt hat, werden unter der Annahme unveränderter politischer Rahmenbedingungen bis 2030 voraussichtlich nur 10 660 Milchbauern übrig bleiben; das wären ein Drittel weniger als 2018. Gleichzeitig dürfte die Zahl der Milchkühe um 8 % auf 14,58 Millionen Tiere abnehmen, wobei die Milchleistung je Kuh aber im Mittel um 13 % auf 9 850 l pro Jahr steigen soll. In der Folge würde die Milcherzeugung in den Niederlanden bis 2030 um 4 % auf 14,58 Mio t ausgeweitet.
Die Forscher bezeichnen die wirtschaftliche Situation der Milcherzeuger in diesem Basisszenario als "nicht rosig". Unter unveränderten Rahmenbedingungen würden 57 % der prognostizierten Betriebsaufgaben durch die schlechte Finanzlage erzwungen. Von den verbleibenden Betriebsleitern könnten voraussichtlich nur 27 % ihre Kredite tilgen und notwendige Ersatzinvestitionen tätigen.

Bei drei alternativen Modellrechnungen ergab sich nach Angaben der Wissenschaftler unter anderem, dass bei einem naturschutzorientierten Ansatz die Zahl der Milchviehhalter bis 2030 im Vergleich zu 2018 um 37 % zurückgehen würde. Unter der Annahme eines "freien Marktes" mit hoher Exportorientierung würden sogar 53 % der Landwirte die Milchproduktion aufgeben. Als Grund werden vor allem die in diesem Fall wahrscheinlich sehr niedrigen Rohmilchpreise angeführt. Würden die Milcherzeuger indes dagegen höhere Anforderungen an ihr Einkommen stellen und deshalb ihre Betriebsentnahmen für den privaten Verbrauch oder für alternative Investitionen erhöhen, würde sich die Zahl der Milchviehbetriebe ebenfalls in etwa halbieren.

Den nationalen und regionalen politischen Entscheidungsträgern empfehlen die Wageninger Forscher, klare und langfristige Rahmenbedingungen für die Milcherzeuger zu schaffen. Dies erfordere den Austausch mit den Landwirten, Banken und Molkereiunternehmen. Nur klare Politikinstrumente, Anforderungen und Handlungsoptionen könnten den Micherzeugern als Richtschnur für ihre Investitionsentscheidungen dienen, betonen die Wissenschaftler. AgE

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Markttipps

Getreide und Ölsaaten erstellt am: 21.10.20
An der Matif orientierten sich die Weizenkontrakte an der bullischen Stimmung der US-Börsen und konnten sowohl die letzte Handelswoche, als auch den Wochenstart mit Aufschlägen schließen. Damit erreicht der Dezembertermin ein Kontrakthoch von 209,50 € je Tonne. An der CBoT standen die Vorzeichen auf Grün. Geprägt ist die Stimmung an der Börse von den fehlenden Niederschlägen und der damit verbundenen Trockenheit am Schwarzen Meer, sowie vielen wichtigen Anbauregionen in den USA. Zwar hatte es am Wochenende in einigen Teilen von der Ukraine und Russland geregnet, die Mengen reichten jedoch bei Weitem nicht aus, um die Lage signifikant zu entspannen. Das zeigte sich auch bei den professionellen Anlegern, die weiterhin ihre Long-Positionen ausgebaut haben. Zusätzliche Unterstützung für die Kursentwicklung gab es durch die guten Exportgeschäfte. Das USDA bestätigt, dass sich die Exportbuchungen auf 529.000 Tonnen summiert haben und damit am oberen Rand der Händlererwartungen lag.

Derweil geht die Weizenaussaat unbeirrt voran. Bisher wurden rund 77 % der Flächen gedrillt, und liegt damit 5 % unter dem 5 Jahresdurchschnitt. Laut dem USDA sind über die Hälfte der Pflanzen aufgegangen und liegen damit 3 % über dem Durchschnittswert. Auf 240.000 Tonnen summierten sich die Exportinspektionen. Damit ist die Menge im Vergleich zum Vorwochenergebnis um fast die Hälfte kleiner. Vor allem China und die Philippinen buchten weniger Weizen als bisher. Die Ukraine hat das offizielle Ernteergebnis von 25,1 Mio. Tonnen bestätigt, das entspricht einem Minus von 3,2 Mio. Tonnen. Grund für die deutlich kleinere Ernte sind die Dürreschäden. In Paris ging es für die Mais-Futures entgegen den Entwicklungen an der US-Börse mit Aufschlägen in das Wochenende. Auch in der Ukraine kletterten die FOB-Preise nochmals deutlich nach oben und erreichten damit den höchsten Stand seit 2013/2014. An der CBoT konnten sich die Bullen am Freitag nicht durchsetzen, sodass die Kurse zum Handelsende deutlich nachgeben mussten. Vor allem Gewinnmitnahmen machen Analysten für die fallende Kurse verantwortlich. Gestützt von guten Exportnachrichten erholten sich die Kontrakte am Montag schnell wieder und konnten moderaten Gewinne verzeichnen.

Der Dezembertermin verbuchte ein Plus von 3,25 $ US-Cent und kostet damit umgerechnet 135,44 Euro je Tonne. Derweil verläuft die Maisernte in den USA weiterhin flott. Bisher wurden 60 % der Anbauflächen geerntet und liegt damit deutlich über den Schnitt der letzten fünf Jahre von 43 %. Die Pflanzenbonitierung wurde unverändert bei 61 % mit gut bis exzellent weiter fortgeschrieben.

Für den Raps standen die Vorzeichen vor dem Wochenende auf Grün. Die neue Handelswoche startete für die Rapskurse nicht weiter bullisch, sodass alle Termine den Handel mit Verlusten beendet haben. Der Frontmonat November musste 1,75 €/t auf 388,75 €/t nachgeben. Die Nachfrage nach Raps auf den Kassamärkten ist immer noch recht verhalten. Vor allem Ölmühlen haben noch keinen Bedarf und decken sich zum Teil noch mit günstigen Offerten aus dem Ausland ein.

Am Freitag mussten der Sojakomplex trotz der guten Exportzahlen die Gewinne der Woche wieder abgeben. Der Novembertermin gab rund 12,25 $ US-Cents auf 100,50 $-Cents nach. Die Exportbuchungen mit einem Umfang von 2,63 Mio. Tonnen hatte zwar die Erwartungen der Analysten übertroffen, dennoch reichte das nicht aus um den Kursverlust zu stoppen. Besonders Regenfälle in Brasilien setzten die Kurse unter Druck und sorgten dafür, dass die Futures nachgeben musste. Mit Wochenbeginn setzten sich wieder die Bullen durch und beendeten den gestrigen Handel mit grünen Vorzeichen.

Etwas unter den Erwartungen liegt der aktuelle Erntefortschritt von 75 %. Experten waren von rund 79 % ausgegangen. In Brasilien verläuft die Aussaat der Ölfrucht schleppend. Die Trockenheit bereitet den Erzeugern immer mehr Probleme, sodass bis nur 3 % der Flächen bestellt wurden und damit deutlich nur den Durchschnittswert liegen. Hoffnungen liegen nun darauf, dass die Regenfälle die für das kommende Wochenende gemeldet sind eine deutliche Verbesserung der Aussaatbedingungen schaffen.

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Die Grünen haben ihre Forderung nach einer strengeren Regulierung des landwirtschaftlichen Bodenmarkts bekräftigt. "Der Ausverkauf der bäuerlichen Landwirtschaft an Aldi, Steinhoff und Co muss gestoppt werden", forderte der agrarpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Friedrich Ostendorff, anlässlich der Veröffentlichung der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen zum Thema "Agrarstrukturwandel, landwirtschaftlicher Bodenmarkt und flächenabhängige Agrarzahlungen".
Dringenden Handlungsbedarf sieht Ostendorff insbesondere im Hinblick auf den Anstieg der landwirtschaftlichen Bodenpreise sowie den Einstieg von außerlandwirtschaftlichen Investoren: "Wir brauchen eine Preisbremse am Bodenmarkt und eine handfeste Regulierung von Share Deals, um bäuerlichen Betrieben und auch neuen Betrieben den Zugang zu Land zu ermöglichen", so der Grünen-Politiker. Die Bundesregierung sei aufgerufen, endlich Transparenz über die Holdingstrukturen herzustellen und die legale Umgehung der Grunderwerbsteuer bei Share Deals auf Kosten der Allgemeinheit zu beenden.

Schließlich bekräftigt Ostendorff den Vorschlag, die EU-Direktzahlungen auf bäuerliche Betriebe zu konzentrieren. Voraussetzung dafür sei, dass alle Unternehmensbeteiligungen im Agrarantrag erfasst würden, also die Zugehörigkeit zu übergeordneten Holdings und die Auflistung aller Tochterunternehmen. "Zusammengehörige Unternehmen müssen gemeinsam veranlagt und alle Zahlungen bei 100 000 Euro gekappt werden", verlangt der Grünen-Agrarsprecher.

In ihrer Antwort gibt die Bundesregierung eine Übersicht über die Unternehmensstruktur der Agrarholdings und die auf sie entfallenden Agrarzahlungen in den Jahren 2018 und 2019. Die Angaben beziehen sich auf die Lindhorst-Gruppe, die Steinhoff Familienholding, die DAH-Gruppe, die Lukas-Stiftung der Familie Albrecht, die gemeinsam mit zwei weiteren Familienstiftungen 100 % der Anteile an Aldi Nord hält, sowie die Unternehmensgruppe Baltic Agrar. AgE

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Schweinefleischpreise am Wendepunkt erstellt am: 20.10.20
Erstmals seit langer Zeit beginnen in China die Schweinefleischpreise wieder zu sinken. Wie das nationale Statistikbüro am vergangenen Freitag in Peking bekanntgab, lag das durchschnittliche Verbraucherpreisniveau im September um 1,6 % unter dem Wert des Vormonats. Im Vergleich zum September 2019 mussten die chinesischen Verbraucher allerdings immer noch gut ein Viertel mehr für ihren Schweinefleischeinkauf ausgeben. Jedoch nimmt die Teuerungsrate gegenüber dem Vorjahr merklich ab, denn im Schnitt der ersten drei Quartale 2020 lag diese noch bei 82,4 %. Im Oktober scheint sich die schwächere Preistendenz fortzusetzen. Den Statistikern zufolge gaben nicht nur die Schlachtschweinepreise weiter nach, sondern auch die Großhandelspreise für Schweinefleisch, Diese hatten Mitte Oktober mit 44,42 CNY/kg (5,65 Euro) um 2,9 % unter dem Vormonatswert gelegen.

Nach Angaben der Analysten hatten im Sommer die Überschwemmungen in Süden Chinas zu einer zusätzlichen Verknappung des durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) bereits begrenzten Angebots am Markt für Schweinefleisch beigetragen. Zahlreiche Tiere waren damals verendet oder gelangten nicht ins Schlachthaus. Dieser Effekt ist nun kaum noch zu spüren, dafür umso mehr die wieder wachsende Schweineherde. Nach aktuellen Daten des Statistikbüros belief sich der chinesische Schweinebestand Ende des dritten Quartals auf 370,4 Millionen Tiere; das waren 20,7 % mehr als zwölf Monate zuvor. Noch etwas stärker, nämlich um 28,0 % auf 38,2 Millionen Tiere, hat laut offiziellen Angaben die Zahl der Zuchtsauen zugenommen.

Das chinesische Landwirtschaftsministerium hatte unlängst verkündet, dass der Schweinebestand mittlerweile wieder 80 % des Umfangs "normaler Jahre" erreicht habe. Zusammen mit den nach wie vor hohen Schweinefleischimporten und den angelegten Reserven in der Lagerhaltung sollte der Markt für das vierte Quartal mit saisonal ansteigender Nachfrage ausreichend versorgt sein, melden die staatlichen Stellen. Der Höhepunkt des teuren Schweinefleischs für die chinesischen Verbraucher sei deshalb vorüber. In diesem Falle müssten sich die Exporteure aus Europa, den USA und Brasilien wohl ebenfalls auf geringere Preise beim Verkauf nach China einstellen. AgE

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