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Wichtige aktuelle Hinweise! erstellt am: 02.04.20
Das WIR ist unsere Stärke! erstellt am: 13.11.18

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Nach wie vor hoch ist nach Einschätzung des Bundesverbandes der gemeinnützigen Landgesellschaften (BLG) das Interesse von Nichtlandwirten am Erwerb von Agrarflächen. Wie aus dem aktuellen Leistungsbericht des BLG hervorgeht, haben die Landgesellschaften im Jahr 2019 insgesamt 641 Verkaufsfälle mit einer Fläche von zusammen rund 4 250 ha geprüft. In 148 Fällen mit insgesamt 958 ha wurde das Vorkaufsrecht nach dem Reichssiedlungs- und Grundstückverkehrsgesetz ausgeübt.

Ziel des Vorkaufsrechts ist es, Landwirten Vorrang beim Flächenerwerb einzuräumen. Ob dies gelingt, hängt allerdings davon ab, ob sich ein Landwirt findet, der bereit ist, zu den jeweiligen Konditionen in den Kauf einzusteigen. Oft sei möglichen Zweiterwerbern der Kaufpreis zu hoch oder deren wirtschaftliche Lage lasse keinen Flächenerwerb zu, sagt BLG-Geschäftsführer Karl-Heinz Goetz. Eine Rolle spiele dabei nach wie vor die doppelte Grunderwerbsteuer, die zum einen bei der Ausübung des Vorkaufsrechts durch das gemeinnützige Siedlungsunternehmen, zum anderen beim späteren Erwerb der Flächen durch einen Landwirt anfalle und sich kaufpreissteigernd auswirke.

Weiter ausgebaut haben die Landgesellschaften ihr Angebot im Bereich des Kompensationsflächenmanagements. Das Tätigkeitsspektrum reicht dabei von der agrarstrukturell verträglichen Bereitstellung von Ausgleichsflächen bis zur Bevorratung von Ökopunkten und der Tätigkeit als Ökoflächenagentur. Dem Tätigkeitsbericht zufolge belief sich Ende 2019 der Bestand an Projekten auf 202 Vorhaben. Sie umfassten insgesamt mehr als 3 000 ha.

Von erheblicher Bedeutung für die Landgesellschaft sind traditionell der Flächenerwerb und die Flächenbevorratung. In den alten Ländern haben die Landgesellschaften 2019 knapp 3 000 ha Agrarflächen erworben und rund 2 600 ha verkauft. Der Bestand an eigenen Flächen belief sich Ende des Jahres auf gut 18 600 ha. Die ostdeutschen Landgesellschaften haben 2019 rund 2 660 ha gekauft und 1 640 ha verkauft. Insgesamt verfügten die Gesellschaften in den neuen Ländern am Jahresende aber noch über rund 46 000 ha. Gut die Hälfte davon entfällt auf die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt, die Anfang der 2000er Jahre mehr als 36 000 ha Landesflächen erworben hatte und die sie seither nach und nach mit agrarstrukturverbessernder Wirkung verkauft. AgE

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Der Deutsche Bauernverband (DBV) wehrt sich gegen eine einseitige Naturschutzdiskussion auf Kosten der Landwirte. "Für mehr Artenvielfalt in der Agrarlandschaft helfen allgemeine Schuldzuweisungen aus dem Bundesumweltministerium nicht weiter", so der stellvertretende DBV-Generalsekretär Udo Hemmerling zum heute vorgelegten Bericht zur Lage der Natur in Deutschland.

Viele Landwirte seien bereit, mehr im Vertragsnaturschutz zu tun, betonte Hemmerling, kritisierte jedoch bestehende bürokratische Hemmnisse und mangelnde Anreize. Seiner Auffassung nach setzt die Naturschutzpolitik immer noch viel zu stark auf staatliche Auflagen in der Bewirtschaftung. Die Landwirte blieben damit viel zu oft auf den Kosten des Naturschutzes sitzen. "Das muss sich ändern", forderte der stellvertretende DBV-Generalsekretär

Den gesetzgeberischen Handlungsbedarf im Naturschutz betonte hingegen der World Wide Fund für Nature (WWF) Deutschland: "Wir müssen die gesetzlichen Regelungen so anpassen, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich reduziert wird", betonte die Leiterhin Biodiversität, Dr. Diana Pretzell, und mahnte ein Verbot von Totalherbiziden in Schutzgebieten an. Dabei dürfen jedoch die wirtschaftlichen Folgen für die Landwirte nicht aus dem Blick geraten: "Mehr Naturschutz darf nicht auf Kosten der Landwirte gehen und muss in den betrieblichen Alltag passen."

Unterdessen bezeichnete die umweltpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Marie-Luise Dött, den Schutz der Artenvielfalt als ein Kernanliegen der Regierungskoalition. Mit der Umsetzung des Aktionsprogramms Insektenschutz, des Bundesprogramms biologische Vielfalt, der Ausweisung weiterer Flächen im Rahmen des Nationalen Naturerbes sowie der Umsetzung des Bundesprogramms "Blaues Band" zur Renaturierung von Flüssen und Auen gebe es dafür einen klare Fahrplan.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hatte der Landwirtschaft zuvor eine erhebliche Mitverantwortung für den anhaltenden Rückgang der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft zugewiesen: "Auf vielen Wiesen und Weiden wird so viel gedüngt und so oft gemäht, dass sie für die Natur immer wertloser werden", sagte Schulze bei der Vorstellung des Berichts. Mit dem neuen Düngerecht und dem Aktionsprogramm Insektenschutz habe man erste Schritte für eine Trendwende getan, dem mit dem Insektenschutzgesetz ein weiterer folgen werde.

Der größte Hebel für ein Umsteuern sei aber die EU-Agrarförderung, die gerade neu verhandelt wird, erklärte die SPD-Politikerin. "Das Geld sollte so eingesetzt werden, dass die Landwirtinnen und Landwirte für das honoriert werden, was sie für die Gesellschaft leisten", bekräftigte Schulze. Dazu gehöre ganz zentral der Naturschutz. AgE

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Hinsichtlich der Beschäftigungsverhältnisse in der Schlachtindustrie plant die Bundesregierung offenbar strengere rechtliche Vorschriften. In der gestrigen Aktuellen Stunde im Bundestag kündigte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil an, in der nächsten Sitzung des Corona-Kabinetts am kommenden Montag Vorschläge für zusätzliche "gesetzliche und untergesetzliche Maßnahmen" zu präsentieren. Zuvor hatte bereits Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel von einem Handlungsbedarf in der Fleischwirtschaft gesprochen. Vor allem müsse es darum gehen, Mängel in der Unterbringung der Arbeitskräfte zu beseitigen. Mit den offenkundig gewordenen Zuständen könne man nicht zufrieden sein, sagte die Kanzlerin in der Fragestunde des Bundestages.

Nach den Worten von Heil muss bei den erforderlichen "Nachschärfungen" des gesetzgeberischen Rahmens die Ausgestaltung von Werkverträgen in den Mittelpunkt rücken. "Kern des Übels sind Sub-Sub-Subunternehmen", sagte der SPD-Politiker. Bestimmte Werkvertragskonstruktionen seien typisch für die Fleischwirtschaft und dürften nicht länger toleriert werden. Die Unternehmen müssten wieder unmittelbar Verantwortung für die bei ihnen beschäftigten Arbeitnehmer übernehmen. Gleichzeitig seien die Länder aufgefordert, ihre Arbeitsschutzkontrollen auszuweiten. Dafür sei insbesondere mehr Personal notwendig.

Unterdessen kritisierte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) "beschämende und menschenverachtende Zustände" in der deutschen Fleischindustrie, die „jetzt und auf Dauer“ reguliert werden müssten. Konkret geht es der NGG vor allem um ein "Verbot von Werkverträgen im Kernbereich der unternehmerischen Tätigkeit". Dadurch solle es den Fleischkonzernen unmöglich gemacht werden, selbst Kernaufgaben wie das Schlachten und Zerlegen von Tieren an billige und teilweise dubiose Fremdfirmen auszulagern.

Scharfe Kritik an der Situation in der Fleischwirtschaft äußerte auch Grünen-Agrarsprecher Friedrich Ostendorff. Die "primitive Beschäftigungs- und Unterbringungssituation" sei schon vor der Corona-Krise eine Zumutung gewesen. Jetzt werde sie auch noch zum Seuchen Hot-Spot, sagte der Grünen-Politiker in der von seiner Fraktion beantragten Aktuellen Stunde. Billiges Fleisch werde nicht nur auf dem Rücken der Tiere, "sondern auch auf dem Rücken vieler Arbeitnehmerinnen und aus Rumänien und Bulgarien produziert". Dem dahinter stehenden Geschäftsmodell müsse endlich ein Ende gesetzt werden. AgE

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Markttipps

In der Ukraine gilt seit gestern eine Teuerungsbremse für ausgewählte Grundnahrungsmittel. Mit der bereits im April von der Regierung in Kiew beschlossenen Maßnahme sollen abrupte Preissprünge für "Waren von erheblicher sozialer Bedeutung" verhindert und so die Folgen der Corona-Pandemie für die Bevölkerung abgemildert werden. Auch das benachbarte Weißrussland geht einen ähnlichen Weg.

Die Regelung betrifft unter anderem Zucker, Weizenmehl, Nudeln, Milch, Brot und Butter sowie Hühnerfleisch. Nach dem Beschluss der Regierung müssen Lebensmitteleinzelhändler Preiserhöhungen für solche Waren im Voraus beim staatlichen Lebensmittel- und Getränkedienst anmelden. Dabei müssen die Pläne umso früher angemeldet werden, je höher der Preisanstieg ausfällt. Während Aufschläge von bis zu 10 % drei Tage im Voraus angezeigt werden müssen, gilt für Preiserhöhungen bis 15 % ein Zeitraum von 14 Tagen. Noch größere Preisaufschläge müssen sogar 30 Tage vorher angekündigt werden.

Die Maßgabe soll bis zum Ende der Quarantänemaßnahmen in der Ukraine beibehalten werden. Weißrussland hatte bereits Mitte April eine Preisregulierung für insgesamt 26 Lebensmittel eingeführt. Diese betrifft im Wesentlichen Getreideprodukte sowie Rind-, Schweine- und Hühnerfleisch. Die betreffende Verordnung ist vorläufig auf 90 Tage begrenzt. AgE

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Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat seine Prognose für die diesjährige Getreide- und Rapsernte nach unten korrigiert. Wie der Verband heute in Berlin mitteilte, ist 2020 mit einem bundesdeutschen Getreideaufkommen von 44,6 Mio t zu rechnen. Im April waren die Fachleute noch von 45 Mio t ausgegangen. Trotzdem würde damit das Vorjahresergebnis um 0,6 % übertroffen. Von der Gesamtmenge soll mit fast 22,4 Mio t rund die Hälfte auf Weizen entfallen, gefolgt von Gerste mit 11,3 Mio t.

Laut dem DRV-Getreidemarktexperten Guido Seedler wird das Winterweizenaufkommen in diesem Jahr mit voraussichtlich 22 Mio t um 3,3 % unter dem schon schwachen Vorjahresergebnis liegen. Der Fünfjahresdurchschnitt würde demnach sogar um 8 % verfehlt. Grund für den erwarteten Rückgang sei in erster Linie die im Vergleich zum Vorjahr um 7 % kleinere Anbaufläche. Ob die prognostizierte Menge auch tatsächlich gedroschen werde, hänge vom Witterungsverlauf in den kommenden Wochen ab. "Die Regenfälle der vergangenen zwei Wochen haben insgesamt für Entspannung gesorgt. Sie reichen aber in vielen Regionen nicht aus, um bestehende Wasserdefizite auszugleichen", erklärte Seedler.

Dem Raiffeisenverband zufolge vergrößerte sich wegen der geringeren Anbaufläche insbesondere von Winterweizen das Aussaatareal von Sommergetreide. Die heute vom Statischen Bundesamt (Destatis) vorgelegten Zahlen bestätigten die vorangegangene DRV-Prognose: Die Anbaufläche für Sommergerste veranschlagten die Statistiker nun auf 367 000 ha; das wäre im Vorjahresvergleich ein Plus von 3,0 %. Außerdem werde auf 162 000 ha Hafer angebaut und Körnermais auf 461 000 ha, was Ausweitungen von 28 % beziehungsweise fast 11 % entsprechen würde.

Im Hinblick auf das bundesweite Rapsaufkommen 2020 erwartet der Raiffeisenverband aktuell nur noch 3,25 Mio t. Im April hatte man noch 3,35 Mio t Rapssaat für möglich gehalten. Die jetzt erwartete Menge wäre zwar noch deutlich mehr als die 2,82 Mio t Raps, die 2019 von deutschen Feldern geholt wurden. Das Fünfjahresmittel würde aber um rund 800 000 t verfehlt. AgE

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Die Futures auf Weizen an der Terminbörse in Chicago haben sich als Reaktion auf den gestern veröffentlichten Bericht des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) zum internationalen Getreidemarkt verbilligt. Der Frontmonat kostete heute Mittag gegen 12 Uhr hiesiger Zeit 5,10 $/bu (173 Euro/t); das waren 1,6 % weniger als der Eröffnungskurs vom Vortag, also vor der Veröffentlichung des USDA-Berichtes. Für Preisdruck sorgte die Ernteprognose der Washingtoner Beamten für wichtige Weizenexporteure, darunter Argentinien, Australien, Kanada und Russland.

In Australien wird für 2020/21 gegenüber der laufenden Kampagne ein Sprung bei der Ernte um 8,8 Mio t auf 24 Mio t erwartet, da das Land sich von einer mehrjährigen Dürre erholt. In Russland soll die Weizenerzeugung um 3,4 Mio t auf 77 Mio t zulegen. Dagegen könnte das Weizenaufkommen in der EU-28 um fast 12 Mio t auf 143 Mio t abnehmen. Vor allem in Frankreich und Großbritannien wurde der Weizenanbau aufgrund des nassen Herbstes eingeschränkt, so dass in beiden Ländern im Jahresvergleich zusammen 10 Mio t Weizen fehlen könnten. Die diesjährige Produktion in der Ukraine taxiert das USDA auf 28 Mio t; das wäre 1 Mio t weniger als 2019, aber noch die zweitgrößte Menge überhaupt.

Unter dem Strich könnte die globale Weizenproduktion - normale Witterungsverhältnisse bis zur Ernte vorausgesetzt - den USDA-Prognosen zufolge um 4 Mio t auf das Allzeithoch von 768,5 Mio t steigen. Dem steht in der globalen Versorgungsbilanz 2020/21 ein geschätzter Verbrauch von 753,5 Mio t gegenüber. Durch den Angebotsüberhang könnten die globalen Weizenreserven bis zum Ende der Saison 2020/21 auf den Rekord von 310,1 Mio t wachsen.

Eine "große Unbekannte" mit Blick auf das neue Vermarktungsjahr bleiben für das US-Landwirtschaftsministerium indes die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Bisher habe Covid-19 keine größeren Anpassungen beim Weizenverbrauch notwendig gemacht, heißt es im aktuellen USDA-Bericht. Die Entwicklung müsse in den kommenden Monaten aber sehr genau beobachtet werden.

Nach Einschätzung von Marktanalysten kann angesichts einer nun grundsätzlich "bärischen" Stimmung kurzfristig allenfalls ein "Wettermarkt" für weiter steigende Weizenpreise sorgen. Sie verweisen auf irreversible Ertragsschäden in rumänischen und russischen Weizenbeständen, aber auch auf noch Niederschlagsdefizite in Teilen von Deutschland und Frankreich. Sollte der Regen im Mai weiter so spärlich ausfallen, könnte sich eine Risikoprämie beim Weizen ausbilden. An der Matif notierte neuerntiger Weizen heute Mittag bei 185,50 Euro/t. Ende April waren nach wochenlanger Trockenheit in den europäischen Weizenhochburgen allerdings noch bis zu 194 Euro/t bezahlt worden. AgE

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